4.2.2 ML4-Gruppe
In dieser Gruppe sind ausschließlich vierfach-koordinierte Kupfer(II)- und Nickel(II)-Komplexe vertreten. Besonders Kupferkomplexe wurden schon erfolgreich mit verschiedenen molekülmechanischen Methoden bearbeitet [66]. Die planar-quadratische Koordination von vier Liganden ist für diese Elemente allgemein bekannt. Die Komplexierung durch mehrzähnige Liganden, deren Haftatome in ein konjugiertes p-Elektronensystem einbezogen sind, unterstützt die Ausbildung planarer Anordnungen. Nur durch sterisch sehr anspruchsvolle Substituenten am Ligandengerüst sind leichte Abweichungen von der Planarität zu erreichen. Der Präferenz für planare Koordination wird im ESFF durch spezielle Atomtypen für Kupfer und Nickel Rechnung getragen. Diese Atomtypen beinhalten eine Einschränkung für die planar-quadratische Ligandenanordnung mit äquatorialen Bindungswinkeln von 90°. Für die äquivalente Beschreibung der Bindung zwischen Metall und formal aciden Sauerstoffunktionen der Liganden wird auch hier der Atomtyp Oa benutzt. Die Mesomeriestabilisierung im Ligandengerüst wird durch den Einsatz der Atomtypen für delokalisierte p-Elektronensysteme und einer Bindungsordnung von 1.5 beschrieben. Die Ergebnisse der Berechnungen zeigen eine sehr gute Übereinstimmung mit den experimentellen Befunden (Abb. 24, Tab. 6).